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Verzeichnis & Tiering

Active Directory härten

Ein Active Directory wird selten entworfen — es wächst an. Zwanzig Jahre punktueller Delegierungen, zur Pannenhilfe angelegter Dienstkonten und nie überprüfter Gruppenmitgliedschaften zeichnen am Ende Wege, die niemand gewollt hat. So schliessen wir sie.

Die Herausforderung

Es ist keine Lücke, es ist eine Anhäufung

In einem internen Penetrationstest wiederholt sich das Muster: ein beliebiger Büroarbeitsplatz, ein Dienstkonto mit einem seit Jahren unveränderten Passwort, eine vergessene Delegierung — und die Domänenadministration fällt in wenigen Stunden. Ausgenutzt wurde keine Schwachstelle im klassischen Sinn, sondern nur Rechte, die bereits bestanden.

Die Ursache liegt in der fehlenden Trennung. Wenn ein Domänenadministrator sich an einem Anwenderarbeitsplatz anmeldet, hinterlässt er dort genug, um seine Identität nachzuspielen. Solange die Administrationsebenen nicht getrennt sind, ist jeder Büroarbeitsplatz ein Eintrittspunkt zum Verzeichnis.

Unsere Aufgabe ist es, die tatsächliche Karte der Pfade zu rekonstruieren und sie dann schrittweise zu verkleinern: Ebenen trennen, Dienstkonten zurück unter Kontrolle bringen, Delegierungen bereinigen und die Verzeichnis-Backups schützen — ohne den Betrieb zu unterbrechen.

Was auf dem Spiel steht
  • Kurzer Weg vom Büroarbeitsplatz zur Domänenadministration
  • Dienstkonten mit hohen Rechten und nie geänderten Passwörtern
  • Delegierungen und geerbte Rechte, die niemand mehr begründen kann
  • Administration von gewöhnlichen Arbeitsplätzen aus
  • Verzeichnis-Backups aus der Domäne selbst erreichbar
Schema

Drei Ebenen, keine Administration quer darüber

Trennung der Administration in Ebenen T0Kontrolle des VerzeichnissesDomänencontroller · PKI · BackupsT1Server & AnwendungenDateien · Datenbanken · FachanwendungenT2ArbeitsplätzeBüroarbeit · MobilitätAngriffspfadeDelegierungenDienstkontenACL & GPO
Jede Ebene wird aus sich selbst heraus administriert: Ein Konto der Ebene 0 meldet sich nie an einem Arbeitsplatz an — das kappt den kürzesten Weg zum Verzeichnis.
Unser Vorgehen

Wie wir vorgehen

Zuerst kartieren wir, was tatsächlich besteht, danach schliessen wir die Pfade nach Schwere.

01

Kartierung der Pfade

Erhebung der tatsächlichen Kontrollbeziehungen zwischen Konten, Gruppen und Maschinen — jener, die sich aus den bestehenden Rechten ergeben, nicht aus dem Organigramm. Fast immer der aufschlussreichste Schritt.

02

Tiering-Modell

Festlegung der drei Ebenen (Verzeichnis, Server, Arbeitsplätze), der zugehörigen Konten und der Anmelderegeln, die einem Konto den Abstieg in tiefere Ebenen verwehren.

03

Dienstkonten und Delegierungen

Inventar, Rückführung der Rechte auf das Nötigste, Wechsel auf verwaltete Konten, wo die Anwendung es zulässt, und Entfernung nicht mehr begründbarer Delegierungen.

04

Eigene Admin-Arbeitsplätze

Aufbau von Arbeitsplätzen, die der Administration vorbehalten sind, von E-Mail und Web getrennt und als einzige berechtigt, die sensibelsten Konten zu tragen.

05

Backups und Überwachung

Isolation der Verzeichnis-Backups ausserhalb der Domäne, erprobtes Wiederherstellungsverfahren und Erkennung des für einen Angriff auf das Verzeichnis typischen Verhaltens.

Eingesetzte Leistungen

Mehrere Disziplinen, eine Ansprechperson

Das Thema berührt Architektur, Betrieb und Detection; die offensive Prüfung dient zugleich als Ausgangspunkt und als Bestätigung.

Ergebnisse
  • Karte der Angriffspfade zur Domänenadministration
  • Dokumentiertes Tiering-Modell und Anmelderegeln
  • Inventar der Dienstkonten und Delegierungen
  • Nach Schwere priorisierter Härtungsplan
  • Nachtest zur Bestätigung der Behebung
Häufige Fragen

Häufige Fragen

Fast nie. Ein Neuaufbau ist lang, riskant und selten nötig: Der grösste Teil des Gewinns kommt aus der Trennung und der Bereinigung der Rechte, beides am bestehenden Verzeichnis machbar. Zur Debatte steht er nur, wenn die Domäne bereits kompromittiert wurde.

Sie verändert Gewohnheiten, das stimmt: Man administriert nicht mehr alles vom eigenen Arbeitsplatz aus. Dafür wissen die Teams endlich, welches Konto wofür gilt. Wir begleiten den Übergang — ein umgangenes Modell schützt vor nichts.

Das lokale Verzeichnis ist fast immer noch vorhanden und dann mit der Cloud synchronisiert — was die Angriffspfade verlängert statt sie zu verkürzen. Die Härtung des lokalen Verzeichnisses wird dadurch wichtiger, nicht unwichtiger.

An der Karte der Pfade. Sie wird vorher und nach der Behebung erhoben: Anzahl und Länge der Wege zur Domänenadministration sind konkrete, belastbare Kennzahlen.

Wie viele Wege führen zu Ihrem Verzeichnis?

Eine Kartierung der Angriffspfade antwortet in wenigen Tagen — und die Antwort überrascht fast immer.